.

Richtlinien zum Verfahren
bei der Besetzung der Studentenpfarrstellen

Vom 21. Mai 1991

(ABl. 1991 S. 149)

#
1.
1 Die Studentenpfarrstellen werden als gesamtkirchliche Pfarrstellen durch die Kirchenleitung besetzt (§ 28 Abs. 1 Pfarrstellengesetz). 2 Die Studentengemeinden sind vorher zu hören (Abschnitt N Abs. 11 der Leitlinien für die Arbeit der Evangelischen Studentengemeinden im Bereich der EKHN vom 18. August 1975, ABl. 1975 S. 157). 3 Das Besetzungsverfahren hat das Ziel, den/die für das jeweilige örtliche Arbeitsfeld am besten befähigte/n und geeignete/n Pfarrer/Pfarrerin auszuwählen und in der Entscheidungsfindung Einvernehmen zwischen der Studentengemeinde und der Kirchenleitung herstellen.
4 Für das Besetzungsverfahren gelten die folgenden Bestimmungen.
2.
1 Vor der Entscheidung über die Besetzung einer Studentenpfarrstelle ist ein Benennungsausschuss zu beteiligen. 2 Ihm gehören an:
  1. 1 5 Mitglieder des Beraterkreises der Studentengemeinde. 2 Besteht kein Beraterkreis, beruft die Kirchenverwaltung im Benehmen mit den Pfarrern/Pfarrerinnen der Studentengemeinde bis zu fünf geeignete Personen aus Hochschule und Kirche in den Ausschuss.
  2. 1 der/die Pfarrer/Pfarrerin(nen) der örtlichen Studentengemeinde. 2 Falls nur eine Studentenpfarrstelle vorhanden ist oder die übrigen Studentenpfarrstellen zu Zeit nicht besetzt sind, benennt die Kirchenverwaltung einen anderen Studentenpfarrer/eine andere Studentenpfarrerin aus dem Bereich der EKHN.
  3. 5 Studenten/Studentinnen, die vom Mitarbeiterkreis der Studentengemeinde entsandt werden.
  4. An den Beratungen des Ausschusses nimmt der Propst/die Pröpstin und/oder der zuständige Referent/die Referentin der Kirchenverwaltung teil.
  5. Den haupt- oder nebenamtlichen Mitarbeiter/innen der Studentengemeinde und ggf. des Wohnheimes wird Gelegenheit zu einer Stellungnahme gegenüber dem Benennungsausschuss gegeben.
3.
Die zu besetzende Pfarrstelle wird in Absprache mit dem Benennungsausschuss ausgeschrieben.
4.
1 Bewerbungen sind an die Kirchenverwaltung zu richten. 2 Für die Bewerbung von Pfarrern/Pfarrerinnen, die nicht der EKHN angehören, gilt § 13 Abs. 2 Pfarrstellengesetz. 3 Die Kirchenverwaltung unterrichtet den Benennungsausschuss von den Bewerbungen.
5.
Der Benennungsausschuss lädt alle Bewerber/Bewerberinnen, die die kirchenrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, zu einer persönlichen Vorstellung ein.
6.
1 Der Benennungsausschuss schlägt der Kirchenleitung bis zu drei Bewerber/Bewerberinnen vor. 2 Die Auswahl ist schriftlich zu begründen.
7.
1 Die vom Benennungsausschuss vorgeschlagenen Bewerber/Bewerberinnen stellen sich dem Leitenden Geistlichen Amt vor. 2 Dieses kann darüber hinaus auch die übrigen Bewerber/Bewerberinnen zu einer Vorstellung einladen.
8.
1 Das Leitende Geistliche Amt schlägt der Kirchenleitung bis zu drei Bewerber/Bewerberinnen zur Berufung auf die Studentenpfarrstelle vor. 2 Dabei soll sich das Leitende Geistliche Amt an die Vorschlagsliste des Benennungsausschusses halten, sofern keine besonderen Gründe entgegenstehen. 3 Wenn das Leitende Geistliche Amt einen Bewerber/eine Bewerberin der Kirchenleitung zur Berufung vorschlagen will, der/die nicht auf der Liste des Benennungsausschusses genannt ist, teilt es zuvor die sachlichen Gründe dafür dem Benennungsausschuss mit und bittet ihn um eine Stellungnahme. 4 Falls der Benennungsausschuss dem abweichenden Vorschlag des Leitenden Geistlichen Amtes nicht zustimmt, wird die Stelle ein zweites Mal ausgeschrieben. 5 Wenn dann kein Einvernehmen zwischen dem Benennungsausschuss und dem Leitenden Geistlichen Amt herzustellen ist, kann die Kirchenleitung auch in Abweichung von der Vorschlagsliste des Benennungsausschusses einen Bewerber/Bewerberin zum Inhaber/ zur Inhaberin der Studentenpfarrstelle ernennen.
9.
Für den Benennungsausschuss gilt folgende Geschäftsordnung:
9.1
1 Der/die Vorsitzende des Beraterkreises, oder bei seiner Verhinderung ein anderes Mitglied des Beraterkreises, führt den Vorsitz im Benennungsausschuss und lädt schriftlich zu den Sitzungen ein. 2 Die Einladungsfrist beträgt mindestens eine Woche und kann in dringenden Fällen auf zwei Tage verkürzt werden. 3 Er/sie koordiniert die Termine mit den Bewerbern und Bewerberinnen. 4 Die Sitzungen des Ausschusses sind nicht öffentlich.
9.2
1 Der Ausschuss ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend ist. 2 Beschlüsse werden mit der Mehrheit der anwesenden Mitglieder gefasst. 3 Enthaltungen und ungültige Stimmen werden als abgegebene Stimmen berücksichtigt. 4 Über personelle Entscheidungen ist geheim abzustimmen.
9.3
1 Die Beschlüsse des Ausschusses, auf Antrag auch abweichende Voten, sind zu protokollieren. 2 Die Protokolle werden den Mitgliedern sowie dem Propst/der Pröpstin und dem Referenten/der Referentin der Kirchenverwaltung übersandt.
9.4
Die Mitglieder des Ausschusses haben über Personalangelegenheiten, Abstimmungsergebnisse und sonstige ihrer Natur nach vertrauliche oder für vertraulich erklärte Angelegenheiten Stillschweigen zu bewahren.