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Ausführungsanweisung zur Rechtsverordnung
über die Benutzung des kirchlichen Archivgutes

Vom 30. Juni 1986

(ABl. 1986 S. 147)

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§ 1
Benutzungsantrag (zu § 3)

( 1 ) 1 Entspricht der Antrag auf Benutzung nicht der Benutzungsordnung, so ist der Antragsteller aufzufordern, ihn entsprechend zu ergänzen. 2 Ist der Antragsteller der Person nach nicht bekannt, so kann die Vorlage seines Personalausweises verlangt werden. 3 Weigert sich der Antragsteller, den Antrag zu ergänzen oder seinen Personalausweis vorzulegen, gilt der Antrag als nicht gestellt.
( 2 ) 1 Der Antragsteller hat im Benutzungsantrag den Forschungsgegenstand so genau wie möglich zu beschreiben. 2 Ein Antrag, mit dem allgemeine Einsicht in Archivgut oder in das Archiv begehrt wird, ist unzulässig.
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§ 2
Ausnahmeerlaubnis (zu § 7 Abs. 3)

1 Für die Benutzung von Schriftgut amtlicher Herkunft, das den Schutzfristen unterliegt oder durch besondere Bestimmungen längerfristig gesperrt ist (§ 7, Abs. 1 und 2), kann die Kirchenverwaltung Ausnahmen genehmigen. 2 Entsprechende Anträge mit genauer Beschreibung des Forschungsgegenstandes und Benutzungszweckes und ausführlicher Begründung sind schriftlich über das zuständige Archiv an die Kirchenverwaltung zu stellen.
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§ 3
Benutzung im Archiv (zu § 12)

( 1 ) Vor Empfang des Archivgutes hat der Benutzer Überbekleidung, Taschen u.ä. an dem dafür vorgesehenen Platz abzulegen.
( 2 ) 1 Im Benutzerraum ist Essen, Trinken und Rauchen untersagt. 2 Der Benutzer hat Rücksicht auf andere Anwesende zu nehmen.
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§ 4

1 Die Beratung von Benutzern beschränkt sich auf Hinweise auf einschlägiges Archivgut und Literatur. 2 Ein Anspruch auf Unterstützung beim Lesen besteht nicht.
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§ 5

( 1 ) 1 Archivgut ist schriftlich zu bestellen. 2 Soweit Bestellzettel bereitliegen, sind diese zu benutzen. 3 Besonders ist darauf zu achten, dass die Signaturen angegeben werden.
( 2 ) Das Archiv kann bestimmte Bestellzeiten festsetzen, die durch Aushang im Benutzerraum bekannt gegeben werden.
( 3 ) Es besteht kein Anspruch darauf, Archivgut in einer bestimmten Zeit oder Reihenfolge zu erhalten.
( 4 ) Grundsätzlich wird nur eine begrenzte Anzahl von Archivalieneinheiten vorgelegt.
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§ 6

1 Archivgut, Findbehelfe und Bücher, die dem Benutzervorgelegt werden, sind behutsam zu behandeln. 2 Insbesondere ist untersagt, auf ihnen Vermerke, Striche oder Zeichen anzubringen, Handpausen anzufertigen, sie als Schreibunterlage zu verwenden oder sonst etwas zu tun, was ihren Zustand verändert oder gefährdet.
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§ 7

1 Beim Verlassen des Archivs sind alle ausgehändigten Archivalieneinheiten, Findbehelfe und Bücher der Aufsicht zurückzugeben. 2 Ist eine weitere Benutzung innerhalb der folgenden zwei Wochen beabsichtigt, kann das Archivgut weiter bereitgehalten werden.
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§ 8
Herstellung von Reproduktionen (zu § 16)

( 1 ) Reproduktionen dürfen nur hergestellt werden, wenn das Archivgut dadurch nicht gefährdet wird.
( 2 ) 1 Das Archiv hat stets das Reproduktionsverfahren auszuwählen, das das Archivgut am meisten schont. 2 Bei der Herstellung von Fotokopien ist zu beachten, dass intensives Licht mit hohem Anteil an UV-Strahlen langfristige Schäden verursacht.
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§ 9
Versand von Archivgut (zu § 17)

( 1 ) Der Versand von Archivgut ist abzulehnen, wenn dem Antragsteller die Benutzung am Ort zuzumuten ist.
( 2 ) Der Versand von Archivgut darf nur mit schriftlicher Genehmigung des Zentralarchivs erfolgen.
( 3 ) Der Antragsteller hat eine schriftliche Erklärung des auswärtigen Archivs betr. Übernahme, Betreuung und Rücksendung des Archivgutes zu beschaffen.
( 4 ) Der Sendung ist eine Empfangsbestätigung beizulegen, die Archivsignatur und die Blattzahl der Archivalieneinheit sowie die Bitte an das empfangende Archiv zur umgehenden Rücksendung der Empfangsbestätigung enthalten muss.
( 5 ) 1 Der Versand erfolgt nur auf dem Post- oder Dienstwege. 2 Das Archivgut ist seinem Wert entsprechend, mindestens aber mit 500,– €, zu versichern.